Die Liebe - ein grosses Wort. Sie verletzt mehr als jedes andere Gefühl, sie ist stärker als Zorn, sie beflügelt die Seele und ist dennoch zerstörerisch.
Die Liebe ist ein grosses Stück Geschichte im Leben von jedem Menschen. Sie bedeutet Hingabe, Vertrauen und Offenheit an eine besondere Person die man liebt. Und sie ist gross, so gross, dass sie alles in den Schatten stellen kann.
Doch was ist sie wirklich? Denn Liebe ist nicht gleich Liebe.
Die Liebe zwischen Freunden, man wird unterstützt, bekommt aufbauende Worte von Menschen um einen herum und sie entscheidet, mit wem man seine Freizeit verbringt und mit wem nicht. Freunde sind die, die einen vom Boden kratzen, wenn das Leben einen von der Brücke schmeisst, man kann ohne sie nicht leben. Sie sind es, die entscheiden, wie man lebt.
Die Liebe in der Familie gibt einem ein Zuhause. Familie bedeutet die Menschen, die gewillt und zugleich verpflichtet sind, einen anderen zu stützen, zu schützen, ihm Liebe zu geben und das Vertrauen aufrecht zu erhalten. Auch wenn die Familie einen oft auf die Palme bringt und nervt, merkt man erst, wenn sie weg ist, was man hatte.
Und da ist noch die Liebe zwischen den "Liebenden", sie ist wohl die stärkste und mächtigste. Mir fällt immer wieder auf, wie viel Macht sie doch besitzt. Man verbringt Stunden um Stunden in Zweisamkeit, geniesst ohnehin schon schöne Momente noch schöner und empfindet das Einzigartige als unfassbar und überwältigend.
Doch auch die anscheinend belanglosen Zeiten, ein Filmabend auf der Couch, ein Abendessen im Fastfood-Restaurant gegenüber oder nur schon die Busfahrt zur Arbeit und zur Schule versüsst sie, gibt ihnen das gewisse Etwas. Ist sie nicht das, was uns am Leben hält? Liebe ist allgegenwärtig, ohne sie zu Leben ist unmöglich. Und dann ist sie auf einmal nicht mehr da, so wie man sie kannte. Nicht mehr wohlig warm, nicht mehr gefühlvoll und erleichternd. Das so schöne Gefühl von Vertrauen, Intimität und Leichtherzigkeit weicht der zerstörerischen Realität die einen auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Das Herz wird schwer, zerschlagen von Wut und Enttäuschung und es hat alles auf ein Mal keinen Sinn mehr. Man steht allein da. Weiss nicht, was zu tun ist. Man versteckt sich unter der grossen Bettdecke der Einsamkeit und kommt nicht mehr hervor, in dem Glauben, nie mehr etwas Dergleichen zu finden. Mein Vater sagt oft: Man muss sich noch was für später aufheben. Das gibt den Anstoss dazu, klein anzufangen und sich nach oben zu arbeiten, nach oben zu lieben. Dann steht man da, allein, und merkt, dass man das Grösste und Schönste schon erlebt hat, gleichzeitig in dem Wissen, dass man es nie wieder so erleben wird. Denn die Zeiten sind vorbei. Die Zeiten von langen Nächten liegend auf dem kühlen Rasen in die Sterne schauend, die Zeiten von gemeinsamen Weihnachtsfesten und Abenden im Wald am Lagerfeuer, mit heisser Suppe und Kerzen. Die Zeiten zu zweit in Ruhe gelassen und die grosse weite Welt da draussen kann einem nichts anhaben.
Das Herz wird schwer, der innere Spiegel der Täuschung zerbricht in einem - klirr - die Realität holt einen ein und zeigt einem wieder einmal das eigene Scheitern. Man gibt sein Bestes und es reicht dennoch nicht. Es reicht nicht. Es reicht nie. Und ehe man sich versieht stirbt die kleinste Hoffnung auf eine Rückkehr der guten alten Zeiten.
Die Liebe der Liebenden wird zu freundschaftlicher Liebe. Und vom einen Moment auf den anderen tritt jemand auf dem ohnehin schon schwarzen Loch wo 'mal das Herz war herum und merkt es nicht einmal. Es tut weh, der psychische Schmerz wird physisch, nimmt sie völlig ein, sie knickt, fällt, und gibt auf.ff

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